Ev.-luth. Paulus-Kirchengemeinde Dalum

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Plattenkiste NDR1

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(v.l. Walter Schulz, Diedrich Kohnert, Martina Gilica und Jacoba Schulz)

 

Partnerschaftsausschuss der Ev. luth. Kirchengemeinde Dalum aus Geeste-Dalum gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

Um ein kleines Stück Gerechtigkeit ging es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am 12. November zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich anlässlich der ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" Walter Schulz, Diedrich Kohnert und Jacoba Schulz mit Moderatorin Martina Gilica über die Arbeit des Partnerschaftsausschusses der Ev. luth. Kirchengemeinde Dalum im Emsland. Dieser Ausschuss kümmert sich um die Unterstützung der Partner-Kirchengemeinde Hamai in Tansania.

Seit 1988 bestand bereits eine Kirchenkreispartnerschaft mit dem Kirchenkreis in Tansania. 1994 gingen dann die Gemeinden Dalum und Hamai die Partnerschaft ein, erläutert Walter Schulz. Als 1997 ihn Gemeindepastor Diedrich Kohnert fragte, ob er mit nach Tansania reisen wollte, stimmte er zu. Beeindruckend berichtet Walter Schulz von seiner ersten Reise mit einer Delegation 1997: Kein Wasser, wenig zu essen, die Kirche kaum fertig. Peter Mungo war und ist der Ansprechpartner in der Gemeinde dort. Von einer Anhöhe sahen die Gäste auf den Ort und beratschlagten, wie möglicherweise ein Kindergarten zu bauen sei, um die kleinen Kinder an einem geschützten Ort zu sammeln. Mit diesen Eindrücken reiste Walter Schulz mit seiner Frau Jacoba zurück und engagierte sich fortan in seiner Gemeinde für die nötige Unterstützung. Jacoba Schulz stammt aus den Niederlanden - sie hat jetzt drei Heimatländer, sagt sie überzeugt: Sie lebt in Deutschland und sie liebt auch die Menschen in Tansania, die ihr stets freundlich entgegen traten, und fühlt sich dort daheim. Immer wieder zieht es das Paar nach Tansania. Sie haben dort Freunde gefunden.

Als das Ehepaar Schulz nach der ersten Reise mit der Frage zum Pastor kam, ob ein Kindergarten zu bauen wäre, war er im Zweifel: Solche Gelder hatte er nicht in der Kasse und konnte sie auch nicht allein sammeln. Doch Diedrich Kohnert lernte jemanden kennen, der ihn auf die mögliche Förderung durch Bingo aufmerksam machte. So kam es doch noch zu dem Projekt. In diesem Jahr wurde nun sogar eine Berufsschule für 30 Jungen und Mädchen eröffnet, berichtet er freudig und beschreibt das neue Gebäude. Der ehemalige Gemeindepastor ist begeistert, wie viele Leute sich immer wieder für solche Hilfsprojekte engagieren und eine bessere Zukunft für die jungen Menschen in Hamai ermöglichen. Er verfolgt auch jetzt noch alle Projekte. In Tansania im Dorf Hamai sieht er, was durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann. Die Menschen freuen sich über den jeden Fortschritt und die Unterstützung. Auch Diedrich Kohnert reiste immer wieder nach Tansania und sah sich selbst an, was mit der Hilfe aus Dalum gebaut wurde.

95 % Muslime und 5 % Christen leben in Hamai. Schon bei der ersten Reise trat ein älterer Herr auf Walter Schulz zu und machte ihn darauf aufmerksam, dass die Menschen gern auf Augenhöhe mit den Helfern reden wollten. Das beeindruckte ihn. Stets wurden die Menschen im Dorf in sämtliche Pläne und Aktivitäten eingebunden. Auf dem Dorfplatz treffen immer alle zusammen und besprechen gemeinsam die Chancen und Möglichkeiten. In den Kindergarten kommen Kinder aller Konfessionen, das gilt selbstverständlich auch für die neue Berufsschule. Es ist wichtig, junge Leute gut auszubilden, betont Walter Schulz. Er und seine Frau sind inzwischen Ehrenbürger in Hamai.

Die Gemeinde hat jetzt 7 Hektar zur Verfügung gestellt für den Bau einer Schule mit Internat, Schulgarten und Sportplatz. Doch das ist ein langfristiges Projekt. Nicht alles kann sofort umgesetzt werden. Jacoba Schulz wünscht sich, dass alle Menschen auf der Welt Zugang zu sauberem Wasser haben. Jeden Tag müssen die Frauen in Hamai mehrere Kilometer laufen, um an Wasser zu kommen, fasst sie zusammen. Walter Schulz sprach mit einem Arzt dort, der ihn fragte: Wenn wir einen gemeinsamen Gott haben - warum habt ihr in Europa alles und wir in Afrika so wenig? So sieht auch Walter Schulz, dass mehr Gerechtigkeit für alle wichtig ist.


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